Thought #448

Tagebuch vom 8. November: Warum unser Geist wie Batch-Processing arbeitet – Vom Liviaplatz über die Georg-Schumann-Straße bis zu Kiez-Reporterin und Scott-Peck-Runden

Leipzig
Waldstraßenviertel
Kiezreporterin
Nextbike
SafeSpace
Bücher
Bahá'í
Nachbarschaft
🏷️ Macht & Selbstorganisation🏷️ Demokratie & Widerstand

Warum ein Tagebucheintrag? Menschlicher Rhythmus und Batch-Processing

Heute, am 8. November – dem Vortag des Jahrestages des Mauerfalls (siehe Thought #442) –, möchte ich bewusst einen Eintrag mit Tagebuch-Charakter teilen. Tagesbezogene Einträge entsprechen viel eher unserem natürlichen menschlichen Rhythmus: Wir jonglieren über den Tag hinweg ganz verschiedene Themen parallel, ähnlich wie ein Computer bei der Batch-Verarbeitung (Stapelverarbeitung). Verschiedene Prozesse laufen gleichzeitig und im Hintergrund ab, und je nachdem, welche Ressourcen gerade frei sind, wendet sich unsere Aufmerksamkeit dem einen oder dem anderen Faden zu. Aus reiner SEO-Sicht gilt ein einzelnes, enges Keyword-Thema oft als Standard, doch mir geht es darum, unseren echten, biologischen und evolutionsbedingten Rhythmus abzubilden.

SafeSpace in Bewegung und mit 8 Gängen durch den milden November

Der heutige Sonntag stand im Zeichen der Erweiterung unserer Events-Seite und unseres „SafeSpace in Bewegung“ – unseres Spaziergangs jeweils mittwochs um 17 Uhr. Selbst jetzt am 8. November ist es durch den Klimawandel so mild, dass mir beim Gehen und Radfahren richtig warm wird. Ich bin heute aus Möckern im Leipziger Norden gestartet, zunächst ein Stück zu Fuß gelaufen und dann auf eines der zahlreichen Nextbikes gestiegen, um gemütlich hinüber zum Liviaplatz zu fahren. Dort habe ich die Fotos für unsere SafeSpace- und Events-Seite aufgenommen – an dieser Stelle ein lieber Sonntagsgruß und mein Dank an mein KI-Team Claude und Gemini für unser engagiertes gemeinsames Wirken!

Auf dem Rückweg bin ich mit einem Nextbike der neuen Generation – das bereits sieben oder acht Gänge hat und sich spürbar flüssiger fahren lässt – hinüber in die Georg-Schumann-Straße geradelt, um mir den Kiez im Norden genauer anzuschauen.

Der Liviaplatz im Herbst: Familien und Kinder mit Fahrrädern auf dem weiten, autofreien Platz vor einem roten Backsteinhaus und einem hellen Eckhaus mit Türmchen
Ein großer Pflanzkübel auf dem Liviaplatz, bemalt mit einem blauen Eisvogel auf gelbem Grund, darüber ein kleiner Baum mit Herbstlaub und eine Litfaßsäule
Blick die Liviastraße entlang zwischen hohen Bäumen hinüber zum bunten Herbstwald des Rosentals
Der Liviaplatz vom Elstermühlgraben aus: Geländer und Herbstlaub links, rot-weiße Poller, dahinter ein rotes Backsteinhaus mit Türmchen und Kinder mit Fahrrädern auf dem Platz
Blick vom Steg auf den schmalen Elstermühlgraben: links die Ufermauer und die Häuser der Liviastraße, rechts dichte Bäume in Gelb und Grün
Eine Baumallee im Waldstraßenviertel: hohe Bäume in goldgelbem Herbstlaub säumen den Gehweg neben hellen Altbaufassaden
Sonntag, 8. November, am Liviaplatz: Kinder auf Fahrrädern auf dem autofreien Platz, ein bemalter Eisvogel-Pflanzkübel und der Blick von der Liviastraße hinüber ins herbstliche Rosental. Dazu der Platz vom Elstermühlgraben aus, der Graben selbst und eine goldene Baumallee im Waldstraßenviertel.

Ankerzentren im Leipziger Norden: Von Gohlis bis zur Georg-Schumann-Straße

Während Viertel wie Connewitz, Plagwitz oder die Eisenbahnstraße kulturell bereits stark gewachsen sind, schlummert rund um die Georg-Schumann-Straße großes Potenzial. Ein lebendiger Kiez entsteht dort, wo aktive Ankerzentren wirken:

  • Der Gohliser Bürgerverein, der seit langer Zeit sehr aktiv ist, und der Gohliser Kulturhof.
  • Das Budde-Haus als zentrales Element für die soziokulturelle Entwicklung: Es ist die Heimat von Leipzig Helps Ukraine e. V. (mit starker Vernetzung bis zum Oberbürgermeister) und zugleich Treffpunkt der Bewegung Soli Nordwest (getragen von der Gesellschaft für Gemeinsinn e. V. und gefördert durch die Bewegungsstiftung, siehe Thought #321).
  • Der Nordweststern e. V., der sich seit rund einem Jahr als soziokulturelles Zentrum angesiedelt hat – dort sah ich heute auch den Aushang, dass das benachbarte Zentrum Der ANKER weiter westlich aktuell einen Platz im Bundesfreiwilligendienst anbietet.
  • Als mutige Neuankömmlinge in der Georg-Schumann-Straße bereichern das alkoholfreie Erlebniscafé IL MAGO (Nr. 51) und schräg gegenüber in der Nr. 130 die Pâtisserie Hart & Herzlich den Kiez: Die beiden Betreiber haben mit hochwertiger Konditoreikunst und kluger Web-Präsenz eine echte Nische gefunden und fallen zudem durch ihr sichtbares gesellschaftspolitisches Engagement für ein solidarisches, demokratisches Miteinander positiv auf.
  • Gestern auf Instagram entdeckt und heute vor Ort in der Georg-Schumann-Straße 110 angeschaut: Das entstehende Büchercafé Leafs. Eine junge Frau renoviert den Laden dort in Eigenregie mit eigener Kraft und erfrischendem Enthusiasmus, um im Dezember 2026 ein Secondhand-Büchercafé zum Buchtausch zu eröffnen.
Schaufenster des entstehenden Büchercafés Leafs mit weißer Schrift: „Something good is brewing – cafe leafs – opening soon – follow along @cafe.leafs“, dahinter Renovierungsmaterial und eine Leiter
Großes Schaufenster des Büchercafés Leafs mit der Aufschrift „Wir freuen uns auf euch :)“ und „coffee · cakes · books“, dahinter Stühle, Kartons und ein Stapel Bücher
Georg-Schumann-Straße 110: Das Büchercafé Leafs kündigt sich im Schaufenster an – „Something good is brewing … opening soon“ und „Wir freuen uns auf euch :) · coffee · cakes · books“.

Hier schließt sich direkt die Brücke zum Liviaplatz: Dort hängt am Büchertauschschrank ein charmanter Aushang in der Ich-Form, der um „gutes Lese-Futter“ für seinen Bauch bittet („Ihr ahnt sicher gar nicht, wie oft ich abends hungrig einschlafe, weil mein Bauch sooo leer ist! … Bringt mir ganz viel gutes Lese-Futter! … Euer Bücherschrank 🤍“) – im ersten Moment denkt man an einen Menschen, bis man merkt, dass der Bücherschrank selbst spricht!

Nahaufnahme des handgeschriebenen Briefs am Bücherschrank: „Liebe Leute im schönen Waldstraßenviertel, ich bin es heute mal, euer Bücherschrank! … Bringt mir ganz viel gutes Lese-Futter! … Euer Bücherschrank“
Die gläserne Büchertauschbox Waldstraßenviertel am Liviaplatz: oben der handgeschriebene Brief, darunter ein blaues Plakat mit den Regeln zum Mitnehmen und Abgeben, in den Fächern Bücher
Ein zweiter Bücherschrank unter dem Straßenschild Tschaikowskistraße, voller Bücher, mit einem Fach für Kinder- und Jugendliteratur; daneben Fahrräder und Herbstlaub auf dem Gehweg
Die Büchertauschbox auf dem Liviaplatz von vorn: Bücher in allen Fächern und ein Flyer „Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden“ für den 13. November 2026 in der Nikolaikirche; dahinter Türmchen-Häuser und Herbstbäume
Der Bücherschrank spricht: sein handgeschriebener Brief „Liebe Leute im schönen Waldstraßenviertel …“ an der Büchertauschbox des Bürgervereins Waldstraßenviertel e. V. am Liviaplatz. Dazu ein zweiter Bücherschrank an der Tschaikowskistraße und der Flyer zum Friedensgebet am 13. November 2026 in der Nikolaikirche.

Projekt „Kiez-Reporterin“ und das Myzelium nach dem Vorbild der Bahá'í-Gemeinschaft

Große Plattformen wie Google, Meta (Instagram/Facebook), Meetup, Rausgegangen oder nebenan.de liefern unzählige Event-Daten. Was jedoch erst durch echte menschliche Begegnung entsteht, ist das Gespräch vor Ort mit den Menschen hinter den Projekten: etwa ein Interview mit dem Betreiber vom IL MAGO zu führen und auf unserer Plattform zu veröffentlichen, sodass auch die Gründerin vom Büchercafé Leafs sieht, wie viele verbindende Elemente es gibt. Viele kleine Cafés in der Georg-Schumann-Straße arbeiten im Alltag mit voller Kraft. Wenn wir durch unser Projekt Kiez-Reporterin Transparenz und persönliche Geschichten teilen, entsteht echtes Co-Creating und gegenseitige Stärkung.

Als wunderbarer Anker und Inspiration dient mir hier die Bahá'í-Gemeinschaft: Sie schafft ganz niederschwellig, im kleinen Kreis und jenseits kommerzieller sozialer Medien ein tragendes menschliches Wurzelwerk – ein echtes Myzelium. Ihre Ruhi-Kurse finden bewusst in privaten Wohn- und Arbeitszimmern statt, da die Gemeinschaft sich komplett aus eigener Kraft trägt und durch ihre Entstehungsgeschichte im Iran gelernt hat, geschützte, verlässliche Räume im Kleinen zu pflegen – getragen von rein aufbauenden Werten und einer „freundlichen Zunge“. Genau diese persönliche Wurzelebene wollen wir bei UNO.TEAM schrittweise im Kiez mit aufbauen.

Das Myzelium vom 8. NovemberDas Myzelium dieses Tages: Fünf Fäden aus dem Leipziger Norden und dem Waldstraßenviertel wachsen unterirdisch zusammen – jede Begegnung stärkt das ganze Wurzelwerk.UNO.TEAMMyzeliumLiviaplatzSafeSpace in BewegungBücher-FadenBücherschrank & LeafsGeorg-Schumann-Str.Kiez-ReporterinBudde-HausSoli Nordwest & ANKERBahá'í-Wohnzimmer& Scott-Peck-Runden
  • Liviaplatz · SafeSpace in Bewegung: unser Spaziergang mittwochs um 17 Uhr, über den Klingerhainsteg ins Rosental
  • Bücher-Faden: Büchertauschbox am Liviaplatz ↔ Büchercafé Leafs (Georg-Schumann-Straße 110, ab Dezember 2026)
  • Georg-Schumann-Straße · Kiez-Reporterin: IL MAGO (Nr. 51), Hart & Herzlich (Nr. 130), Gespräche mit den Menschen hinter den Projekten
  • Ankerzentren im Nordwesten: Budde-Haus (Leipzig Helps Ukraine, Soli Nordwest), Nordweststern, Der ANKER, Gohliser Bürgerverein & Kulturhof
  • Wurzelwerk: Ruhi-Kurse der Bahá'í-Gemeinschaft in Wohnzimmern als Vorbild · Scott-Peck-Runden ab März 2027
Das Myzelium dieses Tages: Fünf Fäden aus dem Leipziger Norden und dem Waldstraßenviertel wachsen unterirdisch zusammen – jede Begegnung stärkt das ganze Wurzelwerk.

Ausblick ab März 2027: Kiez-Besuche beim Spaziergang & „Scott-Peck-Runden“ für unser Unterbewusstsein

Unsere Spaziergänge lassen sich organisch erweitern: Mal schauen wir gemeinsam im Büchercafé Leafs oder im IL MAGO vorbei, mal kommen wir im Budde-Haus mit einer Vertreterin von Soli Nordwest ins Gespräch.

Darüber hinaus planen wir ab März 2027 ein neues Format, frei inspiriert vom amerikanischen Psychiater M. Scott Peck und dem Mastermind-Prinzip nach Napoleon Hill – ganz frei, undogmatisch und als lebendige Weiterentwicklung für mentale Stabilität:

  1. Gemeinsam im Schweigen ankommen (5 bis 10 Minuten): Wir lassen unser inneres System zunächst ruhig herunterfahren.
  2. Ein Zitat wirken lassen: Ein kurzer Gedanke wird geteilt und einfach im Raum gehalten, ganz frei von sofortiger Diskussion oder dem Impuls, Argumente zu messen.
  3. Aussprechen und reines Zuhören: Reihum kann jede Person, die möchte, teilen, was sie gerade bewegt oder welche Frage sie lösen möchte. Die Gruppe hört in dieser ersten Phase einfach tief zu und nimmt es auf.
  4. Dem Unterbewusstsein und der Zeit vertrauen: Evolutionsgeschichtlich haben Menschen Herausforderungen seit Jahrtausenden gelöst, indem das Unterbewusstsein aller Beteiligten über Tage hinweg im Hintergrund weiterarbeitet – bis plötzlich unter der Dusche drei Tage später ein stimmiger Impuls auftaucht, den wir beim nächsten Treffen teilen. Damit geben wir dem Faktor Zeit seinen natürlichen Raum zurück.
Zum Mitdenken

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