Sprachlabor · Datenanalyse

Sprachlabor & Korpus-Statistik: Deutsch, Englisch, Russisch & Ukrainisch im Vergleich

Thought #446 ist eine Seltenheit: dieselbe Werkstatt-Erzählung, Wort für Wort parallel auf Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch erzählt. Dieses Sprachlabor lässt ein kleines Python-Skript live mitzählen – wie lang sind die Wörter, wie oft stehen Vokale neben Konsonanten, welche Präpositionen tragen den Satz, und wie verbal oder nominal klingt jede Sprache? Umschalten unten vergleicht das 1:1-Experiment mit dem gesamten Archiv.

Das Wörter-Buchstaben-Paradox

Englisch sammelt bei Thought #446 die meisten einzelnen Wörter – aber jedes deutsche Wort trägt im Schnitt deutlich mehr Buchstaben (lange Komposita wie „Russischunterricht“). Russisch und Ukrainisch kommen mit spürbar weniger Wörtern aus als Deutsch oder Englisch: Beide Sprachen kennen keine Artikel.

Verben vs. Substantive: Die Balance

Wie verbal oder wie nominal klingt eine Sprache? Der Vergleich zeigt den Anteil von Verben und Substantiven an allen Wörtern – per Häufigkeits-Lexikon und Endungs-Heuristik angenähert, kein vollständiges linguistisches Satzglied-Tagging.

Vokale vs. Konsonanten: Die Klangfarbe

Das Ukrainische gilt als besonders vokalreich und wohlklingend. Ein Grund ist die „милозвучність“ (Wohlklang-Regel): die Alternative u/v und i/y wechselt je danach, ob das vorherige Wort auf einen Konsonanten oder Vokal endet, damit nie zwei Vokale oder zwei Konsonanten aufeinanderprallen.

Präpositionen & Fälle

Russisch und Ukrainisch verbinden jede Präposition fest mit einem grammatischen Fall (Genitiv, Dativ, Akkusativ, Instrumental, Präpositiv) – im Deutschen und Englischen übernehmen meist Wortstellung oder nur Akkusativ/Dativ diese Arbeit. Die Top 8 Präpositionen je Sprache:

Mehr zur Geschichte hinter diesen Daten: Thought #446 – Blick in die Werkstatt →