Von Steve Pelcman lernen: Was uns überdauert, der Tod und das Ende des Ageism
Von Steve Pelcman (Steven Pelcman) habe ich vor vielen Jahren – vor etlichen Jahrzehnten – sehr vieles gelernt, unter anderem diesen Satz: „Parents die and you become an adult.“ Er war damals 50, und für mich schien das unendlich weit weg. Jetzt habe ich die 50 selbst bereits überschritten – und jetzt verstehe ich, was er meint.
Steve ist ein „Writer“, er hat sehr viel mit Sprache zu tun, hat viel geschrieben und damit bereits etwas hinterlassen – unabhängig davon, wie lange er noch auf dieser Welt lebt. Und ich möchte es ähnlich tun: etwas bauen, etwas erschaffen, was größer ist als ich selbst und was mich überdauert. Das ist mein Antrieb. Und ich glaube, es geht vielen Menschen so: Im Unterbewusstsein wollen sie Teil eines größeren Ganzen sein, aber viele wissen leider nicht wie. Vielleicht ist „1000 Thoughts“ genau dafür eine Möglichkeit, ein „Outlet“, um sich diesen Wunsch und dieses Bestreben zu erfüllen.
Eines meiner Ziele – oder unserer Ziele insgesamt – ist dabei natürlich auch, dass wir uns ehrlich mit dem Tod auseinandersetzen. Denn erst der Tod macht das Leben so kostbar und so wertvoll. Ohne Tod gäbe es kein Leben, und das Leben hätte weniger Wert. Der Tod macht alles, was wir erleben, einmalig; wir können die Zeit nicht zurückdrehen, und das ist auch gut so. Letzten Endes ist ein Teil von all dem, was wir hier tun, auch eine Vorbereitung auf den Tod – und auch das fließt in „1000 Thoughts“ mit hinein.
Schon Napoleon Hill hat den Tod thematisiert, als er von den „Fears“, den menschlichen Urängsten, gesprochen hat. Er hat unter anderem beschrieben, dass der Tod vor allem in unserer westlichen Gesellschaft ein riesiges Angstthema ist, aber eben nicht in allen anderen Gesellschaften und Glaubens-Frameworks. Und ich glaube auch, dass der Tod und das Alter über lange Zeit keine negative Rolle gespielt haben. Erst jetzt, in der modernen neoliberalen Gesellschaft des Globalen Nordens, erleben wir diesen massiven „Ageism“ – diese Altersdiskriminierung. Wir sehen das und ich höre das täglich, wenn ich im Jobcenter dolmetsche: dass man ab einem bestimmten Alter suggeriert bekommt, man habe keine Chance mehr darauf, ein erfülltes und gebraucht werdendes Leben in dieser Gesellschaft zu führen. Das ist sehr traurig – und genau das wollen wir unter anderem mit „1000 Thoughts“ ändern.