Thought #416
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In 4 Wochen zum „KI-Manager“? Wie Begriffe im Fördersumpf ihre Bedeutung verlieren

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AVGS-Coaching

Ich glaube, an der Stelle ist es ganz wichtig, dass ich mir immer wieder das Prinzip vor Augen führe, welches in den Bahá'í-Schriften übersetzt lautet: „Eine freundliche Zunge ist der Magnet für die Herzen der Menschen.“ Ich habe festgestellt, dass ich im Ton oftmals sehr kritisch – vielleicht sogar sarkastisch – bin und Dinge scharf kritisiere. Ich habe mir in den letzten Tagen Gedanken darüber gemacht, wie ich das Ganze positiver gestalten könnte. Das ist ein Prozess; ich arbeite noch daran und werde dazu noch Übungen machen. Aber im Moment ist mein Flow einfach dahingehend, dass ich Dinge, die ich sehe und als sehr negativ empfinde, entsprechend auch benenne.

In demselben Zitat heißt es auch: „...sie kleidet die Worte in Bedeutung.“ Auf dem staatlich geförderten Weiterbildungsmarkt passiert derzeit das exakte Gegenteil: Worte werden jeder Bedeutung beraubt, um über Bildungsgutscheine Steuergelder abzugreifen.  

Und dazu gehört natürlich auch dieser große Markt, diese große Industrie der sogenannten Bildungsträger in Deutschland – diese Bildungsträger-Landschaft, zertifiziert nach AZAV. Da ist mir in den letzten Wochen vor allem ein Unternehmen sehr negativ aufgefallen, welches sich OneCareer nennt. Zunächst einmal könnte man ja positiv anführen: Das ist Englisch, das ist modern, das klingt gut. Aber wenn ich dann solche Dinge sehe wie diesen vierwöchigen Kurs, in dem es am Ende nur darum geht, irgendwelche zusammengedaddelten Buzzwords wie „RAG-Architekturen“ und „Microservices“ und noch viele andere, die natürlich irgendetwas mit AI zu tun haben, aber überhaupt nicht zielführend sind, für 3.000 Euro zu verkaufen – dann finde ich das sehr, sehr bedenklich.

Denn aus meiner Erfahrung lernt man bei diesen theoretischen Kursen ganz einfach überhaupt nichts – im Gegenteil: Die Person bekommt Buzzwords um die Ohren gehauen, die ihr überhaupt nichts sagen und zu denen sie keinen praktischen Bezug herstellen kann. Das ist völlig abstrakt, und dieser Kurs besteht ja zu 100 Prozent nur aus englischer AI-Terminologie. Was man aber wirklich bräuchte, wäre ein ganz anderer Ansatz – nämlich der, den ich jetzt mit UNO.TEAM verfolge: dass wir Menschen zeigen, wie sie ohne technische Hürden, ohne Buzzwords und ohne abstrakte Begrifflichkeiten und Definitionen die Tools, die jetzt schon auf dem Markt verfügbar sind, dafür nutzen, menschliche Werte an den Start zu bringen und ihre Erfahrungen mitzuteilen. Dass sie dadurch „Human Connections“ herstellen können – von einem menschlichen Wesen zu einem anderen menschlichen Wesen, über die Algorithmen hinweg, sodass am Ende eine echte zwischenmenschliche Verbindung entsteht und eben nicht dieses abstrakte, zusammengewürfelte, gequirlte Etwas, was Menschen wiederum nur abstößt. Vor allem Menschen, die ja Orientierung, Halt und Sicherheit brauchen.

Deswegen halte ich es tatsächlich für gefährlich, solche Angebote wie die von OneCareer so zertifizieren zu lassen und dafür Steuergelder zu verbrennen. Aus meiner Sicht sollte so etwas gestoppt werden. Da bräuchten wir natürlich eine entsprechende Reform, weil es hier wiederum um strukturelle Probleme geht. Denn es ist eine Industrie: Zu dieser Industrie gehört ganz oben logischerweise die Regierung, aber eben auch diese zertifizierenden Stellen wie der TÜV – uralte, hierarchische, patriarchalische Institutionen. Und auf diesem Boden entsteht dann eine neue Generation an Unternehmen wie OneCareer, die nach außen hin zunächst innovativ erscheinen mögen, aber im Kern das System gnadenlos ausbeuten und damit auch einen gesellschaftlichen Schaden anrichten.

Der positive Gedanke daran: Je dreister dieser Etikettenschwindel wird, desto schneller durchschauen ihn die Menschen. Wer den Staatshaushalt sanieren will, muss nicht unten in der Grundsicherung kürzen, sondern oben in den Ministerien diesen Maßnahme-Sumpf trockenlegen.

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🤖 Quiz zu Thought #416

Was kritisiert der Text an 4-Wochen-Kursen zum „KI-Manager“?

A) Dass die Kurse zu wenig englische Fachbegriffe enthalten.

B) Dass Bildungsträger mit oberflächlichen Buzzword-Lehrplänen staatliche Fördergelder abschöpfen, ohne echte tiefe Fachkompetenz vermitteln zu können.  

C) Dass die Kurse nur an Universitäten angeboten werden dürfen.

D) Dass Künstliche Intelligenz überhaupt keinen Strom verbraucht.

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💡 Auflösung: Richtig ist B. Komplexe IT- und Management-Kompetenzen lassen sich nicht in vier Wochen erlernen; hier werden öffentliche Mittel verbrannt, statt Worte mit echter Bedeutung und Qualifikation zu füllen.  

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Zum Mitdenken

Was nimmst du aus diesem Gedanken mit?

Drei Wege von hier