Thought #296
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Wenn KI die Büroarbeit übernimmt

AI
Gemini Intelligence

KI-Systeme wie Gemini 3.8 oder OpenAIs Astra erledigen 2026 komplexe Büro-Workflows rund um die Uhr, ohne Pausen und ohne Flurfunk. Wenn Algorithmen die klassische Sachbearbeitung von der Tabelle bis zur E-Mail übernehmen, fällt der Bürojob als bisheriger Lebensanker weg. Wir müssen uns jetzt fragen, wofür wir diese frei werdende Zeit als Gesellschaft nutzen wollen.

Den Begriff KI bzw. AI habe ich das erste Mal 2018 gehört, und zwar von Ingenieuren von der TU Chemnitz, die ich kennengelernt habe, da ich einen Workshop in Business English geleitet habe bei einem Bildungsträger, der zu den positiven Erfahrungen meiner Karriere gehört – und zwar indisoft. Mit indisoft habe ich viele gute Sachen gemacht, sowohl in Leipzig als auch in Dresden. Sehr angenehmes Arbeiten, erinnere ich mich sehr gern daran, das waren gute Projekte. Und eines dieser Projekte war, dass ich diesen Ingenieuren die Aufgabe gegeben habe, Minipräsentationen zu einem bestimmten Thema in kleinen Teams – natürlich auf Englisch – zu erstellen und die auch zu geben. Und zwei dieser Ingenieure haben sich das Thema AI herausgesucht – 2018, also vor fast neun Jahren. Und das, was sie da berichtet haben, war unglaublich: Woran ich mich noch erinnere, ist, dass sie berichtet haben, dass es in den USA bereits Fälle gegeben hat, wo die Entwickler:innen nicht verstanden haben, was die KI-Systeme gebaut haben – dass also die menschlichen Programmierer:innen die Logik schon nicht mehr nachvollziehen konnten, die Logik der KI. Also wir waren damals schon so weit.

Dann hat es noch einige Jahre gedauert, nämlich bis Ende 2022, bis dann dieser Durchbruch kam und plötzlich OpenAI wie aus dem Nichts in die Öffentlichkeit drang und ChatGPT auf den Markt gebracht hat. Und als ich dann – 2023 oder 2024 muss das gewesen sein – mit ChatGPT meine BAMF-Zulassung als Lehrkraft gemacht habe: Diese schriftliche Arbeit, dieses Portfolio, was das BAMF verlangt, das habe ich zu großen Teilen mit ChatGPT geschrieben, und ich schäme mich nicht dafür. Ich sage das ganz ausdrücklich jetzt an dieser Stelle, weil für mich diese Vorgaben des BAMF überhaupt nichts zu tun haben mit der Realität. Und das BAMF braucht einen Reality-Check und nicht ich. Und wenn sie diese künstlichen Vorgaben haben, die nichts mit der Realität zu tun haben, dann verdaddel ich nicht damit meine Zeit, sondern dann nehme ich natürlich ein Tool wie ChatGPT. Und ich habe dann trotzdem damals meine eigenen Ideen einfließen lassen, aber zum größten Teil stammten die Formulierungen von ChatGPT. Interessanterweise ist mein Portfolio sehr gut bewertet worden damals – also schon damals ist es nicht aufgefallen, dass das vor allem die KI geschrieben hat.

Auf jeden Fall ist die Entwicklung seitdem rasant vorangeschritten. Und ich habe mir jetzt gerade noch mal meinen Eintrag Nummer 296 vor einigen Wochen angeschaut: Da habe ich gesprochen von KI-Systemen wie Gemini 3.8 oder OpenAI Astra. Aber mittlerweile habe ich selbst schon Zugriff und nutze aktuell Gemini 4 Argon – und das ist ja schon mal ein großer Sprung nach vorne. Also dieser Unterschied in der Textproduktion zwischen Gemini 3.8 und Gemini 4 Argon ist enorm, und dieser Schritt, diese Entwicklung hat sich vollzogen innerhalb der letzten wenigen Wochen – also vom ursprünglichen Datum des Eintrags 296 im September bis jetzt Anfang November hat sich die KI schon mal enorm verbessert.

Und diese Entwicklung, diese Geschwindigkeit, diese Verbesserung wird weiter andauern. Und das ist etwas, was wir Menschen nicht verstehen, weil wir es nicht gewöhnt sind, dass es exponentielle Lernkurven gibt. Wir Menschen lernen in der Regel eher linear. Vielleicht gibt es manchmal so ein paar Durchbrüche und dann geht es richtig nach vorne – zum Beispiel beim Sprachenlernen oder bei anderen Dingen –, aber dann hört das Wachstum ganz schnell wieder auf. Und ab einem bestimmten Alter ist der Zenit überschritten und wir lernen eben nicht mehr, im Gegenteil: Wir bauen ab. Die KI kennt kein Abbauen. Die KI kennt kein Anhalten, die KI kennt kein Zurückgehen, kein Vergessen – und das ist etwas, was wir noch nicht erfasst haben, weil es völlig neu ist. Das haben wir noch nie erlebt.

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